Willkommen bei Hobbyschneiderin Anne Liebler & Freunde.

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  1. #11

    AW: Über Anfänge und Vorbilder

    Ein Fach Handarbeiten gabs bei uns nicht, dafür Textilgestaltung. Und da haben wir so "nützliche" Sachen gemacht wie einen Pappkarton mit Stoff zu bekleben. Das Höchste der Gefühle war, mal ein Stückchen zu weben. Ich glaub, ich hab ne Ente gewebt
    Stricken oder Nähen hätte ich viel lieber gelernt, damit kann man auch was anfangen. Nähen hab ich mir dann so mit 17, 18 selbst beigebracht, stricken kann ich leider bis heute nicht
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  2. #12
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    AW: Über Anfänge und Vorbilder

    Erinnern kann ich mich an Dreiecks-Tüten aus Zeitungspapier für meinen Kaufladen an Ömchens Tretomobil - da saß ich allerdings nur auf deren Schoß und hopste wegen der Tretbewegungen fröhlich auf und ab, genäht hat meine Omma-Mama. Zu der Zeit war ich noch nicht eingeschult.

    Das erste selbstständige Nähen war mit Motivpappkarten, bei denen wurde mittels schnürsenkelähnlichen Garn ein aufgedrucktes Bild durch vorgestanzte Löcher nachgenäht, könnte in der 1. Klasse gewesen sein. In der 3. Klasse haben wir Stricken erlernt, das Projekt: ein gestrickter Muff, um den dann ein Plüschbezug per Hand genäht, rumkam. Alles in royalblau, gerne genutzt bis er auseinanderfiel. Strickübungen habe ich auch noch, ordentlich aufgenäht auf Papier in einem Ordner. Nähübungen haben wir auch gemacht, auf kariertem Stoff, die habe ich nicht mehr.

    Handarbeit in der Schule war ein blödes Fach, denn für das meiste, das da auf dem Lehrplan stand, hatte ich keine Verwendung. Die Lehrkraft war toll, denn sie hat mit sich verhandeln lassen und nicht darauf bestanden genau das zu machen, was der Lehrplan vorschrieb. Alternativen waren möglich, wenn die nach Plan geforderte Verarbeitungstechnik verwendet wurde.

    Das Stricken für mich habe ich beim großen Strick-Boom Anfang/Mitte der 80er-Jahre entdeckt, witzigerweise zu einem Zeitpunkt als es das Fach "Handarbeit" bei mir in der Schule (7. Klasse) nicht mehr gab. Ich bin bis heute keine Musterstrickerin, denn außer den Grundmaschen und einigen einfachen Techniken beherrsche ich keine komplizierten Maschen. Was mit schon immer Spaß gemacht hat, ist mir verschiedenen Farben oder unterschiedlichen Wollarten in selber Farbe zu stricken. Am liebsten Strümpfe und Kleider, ab und an mal einen Schal oder ein Tuch, Pullover nur sehr selten, Jacken bisher noch nie.

    Die Grundbegriffe des Nähens habe ich in der Schule gelernt auf einer Tretmaschine. Die elektrische Maschine meiner Mama daheim durfte ich nicht nutzen, meine Schulstücke habe ich bei Ömchen auf dem Tretomobil genäht.

    Von 1980 bis 2012 habe ich überhaupt nicht genäht, ich hatte daran einfach kein Interesse. Dabei hätte ich von meiner Omi, die Schneiderein war, und meinem Ömchen, die für den Hausgebrauch genäht hat, wirklich viel lernen können. Ich war damals leider zu dumm diese Möglichkeiten der Fertigkeiten- und Wissenvermittlung zu schätzen und zu nutzen, allerdings haben mich meine beiden Großmütter auch nie zum Nähen gedrängt oder ermuntert.

    Das Nähen habe ich erst 2012 begonnen. Zu meiner ersten Nähmaschine kam ich relativ ungeplant.

    Bei einem Motorradausflug unterhielten wir uns über das tolle T-Shirt einer Mitfahrerin, das sie selbst genäht hatte. Ich erwähnte im Gespräch, daß ich gar keine Nähmaschine besitze, worauf die anderen vier Mädels lachten. Kurze Zeit später bekam ich von der T-Shirt-Näherin die mechanische Nähmaschine samt Nähschränkchen ihrer verstorbenen Schwiegermutter geschenkt, für die sie selbst keine Verwendung hatte, da sie eine sehr moderne Computermaschine hat. Eine andere Motorradfahrerin hat mich in die alte Technik der Nähmaschine eingewiesen und mir geholfen mein verschüttetes Nähwissen wieder ans Tageslicht zu befördern.

    Vorbilder? ... mhm ... ... eigentlich keine ... nur grenzenlose Bewunderung für alle, die fantastische Dinge herstellen und gut nähen können.

    Meine Kinderkleidung, die zu ca. 50% von meiner Omi genäht und gestrickt wurde, ist mir in guter Erinnerung. Sie war bequem, zweckmäßig, niemals kratzig, modern und immer so, daß sie mir gefallen hat. Die Jacken, die sie nähte, waren genial, immer mit großen, verschließbaren Taschen und über-po-lang. Auch mein Bruder hatte am liebsten Omi-Sachen an, alles hat immer perfekt gepaßt und unseren Kindergeschmack getroffen. Und daß, obwohl sie 340 km weit weg wohnte und nur nach den Maßen, die mein Paps gemessen und per Brief übermittelt hatte, genäht wurden. Das bewundere ich und beneide sie heute sehr wegen ihres Könnens.
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  3. Die folgenden 2 Benutzer sagen Sporcherin Danke für diesen Beitrag:

    Nähbegeisterte (13.01.2017), the socklady (08.01.2017)

  4. #13
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    AW: Über Anfänge und Vorbilder

    Kochen konnte ich in der Schule nicht lernen, weil zeitgleich der Französischunterricht lief. Der war (für mich) damals wichtiger. Das erklärt auch, warum es in meiner Küche so experimentell zugeht...
    Stricken habe ich noch in der Schule gelernt. Zumindest rechte und linke Maschen. Leidenschaftlich bin ich da s.o. erst nach dem Umzug mit Baby geworden. Mal sehen, wie das bei meinen Kindern wird. Textiles Gestalten oder Handarbeitsunterricht gibt es hier nämlich gar nicht...
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  5. #14
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    AW: Über Anfänge und Vorbilder

    Also bisher habe wir mehrere Schneiderinnen und Verwandte als Vorbilder, eher gemischte Erinnerungen an mehr oder weniger geeignete Lehrerinnen und deren Unterricht.
    Danke für Eure Beiträge! Aber schade, dass bisher keine weiteren Fotos von den alten Schätzen dabei sind. Geht da noch mehr? Ich bin weiter neugierig auf mehr Geschichten.
    Lieber Grüße, Margit
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  6. #15

    AW: Über Anfänge und Vorbilder

    Bis vor drei Jahren bin ich schallendes Gelächter ausgebrochen bei dem Gedanken, ich könnte je Freude an welcher Handarbeit auch immer haben... Textiles Gestalten in der 2. Klasse war mein Horrorfach und absolut nichts war es wert, behalten zu werden. Ich habe aber auch immer schon alles Gestalterische, auch Malen und Basteln gehasst. Meine Mutter hat mich wahnsinnig gemacht mit ihrem "Kind, aber du kannst doch nicht für jeden Saum Deine Hosen in die Änderungsschneiderei geben, Kind, kauf dir endlich eine Nähmaschine". Ich wollte so einen Driss einfach nicht. Und dann fing alles um mich herum an, Kinderkleidung, Kosmetiktäschen etc zu nähen... Und dann stand da bei Aldi die 89€ Maschine, die mittlerweile irgendwo anders wohnt, mir aber tatsächlich den Spaß bereitet hat, den ich immer vollkommen ausgeschlossen hatte An historisch Vorzeigbarem habe ich nichts, aber ich habe schon vor Jahren aus Nostalgiegründen die alten Garne meiner Uroma mitgenommen, die Weißnäherin war. Die gebrauche ich zwar nicht, aber ich mag das alte Kästchen damit
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  7. #16
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    AW: Über Anfänge und Vorbilder

    ...ich erinnere mich nicht, jemals Handarbeitsunterricht gehabt zu haben ...

    Wir hatten Werkunterricht mit Holzbearbeitung, Grundlagen der Elektrotechnik und später Metallbearbeitung...

    Das wurde durch Vadderns Unterweisungen ergänzt ...

    Was man an textilen Grundfertigkeiten brauchte, haben meine Großmütter und (weniger, weil berufstätig) meine Mutter mir beigebracht.

    Kochen übrigens auch ...
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  8. #17
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    AW: Über Anfänge und Vorbilder

    Ich kann mich noch gut an unsere Handarbeitslehrerin ( das Fach hieß bei uns Nadelarbeit) erinnern.
    Abgesehen davon, daß sie Frau Klein hieß und mindestens 1,80 groß war, war sie sehr merkwürdig.
    Sie erzählte unheimlich viele private Dinge im Unterricht,was uns in der 4. Klasse überhaupt nicht interessierte.
    40 Jahre später stand sie auf einmal in meinem Geschäft und sie war noch genau ,wie früher.....nur einen anderen Namen hatte sie inzwischen...
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  9. #18

    AW: Über Anfänge und Vorbilder

    Wir hatten in der Grundschule Handarbeit Ende der Sechziger Jahre. Es entstand ein langer Schal, den meine Oma zuende gestrickt hat, ein gehäkeltes hellblaues Abendtäschchen und Hohlsaumstickerei, die lag auf dem Nachtisch meiner Mutter. Mit Nähen habe ich erst mit Anfang zwanzig angefangen.
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  10. #19
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    AW: Über Anfänge und Vorbilder

    Hallo!
    Bei uns in der Schule (Einschulung1988 in DDR) gab es gar nichts Handarbeits- oder Hausarbeitsmäßiges. Meine Mama hat gestrickt und gehäkelt und hatte eine alte Nähmaschine, über die sie immer nur geschimpft hat und deshalb so gut wie nie benutzte. Sie hat mir das Stricken in Grundzügen beigebracht. Zuerst waren aber mehr als Puppenschals nicht drin. Später habe ich dann Socken gestrickt, das wars auch schon. Genäht wurde bei uns nicht, höchstens Faschingskostüme aus alten Sachen, dann aber mit der Hand. Mit so 14 oder 15 Jahren hab ich in einem Bastelkatalog Bastelsets für Teddybären gesehen und meine Mutter gefragt, ob sie mir zeigen kann, wie es geht. Der ist es geworden:

    DSCN0510.jpg

    Ich habe hin mit der Hand genäht. Danach folgten noch viele Teddys, große und kleine. Aber der erste ist einer der wenigen, die ich noch habe.
    Als ich dann selber Mutter wurde, wollte ich gern, dass meine Kinder zu jedem Geburtstag etwas Selbstgenähtes bekommen und habe zum 1. Geburtstag meines Sohnes einen Dino mit der Hand genäht. Dann wollte ich eine Nähmaschine haben und habe mir alles selbst beigebracht. Wenn ich überlege, wie die ersten Shirts aussahen Aber meine Kinder haben sie immer gern getragen. Mein 6-Jähriger wollte neulig auch mal nähen und er hat ein Monster entworfen, dass wir dann zusammen genäht haben. Sehr süß!
    Lg, Sabrina
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  11. #20
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    AW: Über Anfänge und Vorbilder

    Wenn ich jetzt richtig rechne, ist das Bärchen also auch schon über 20 Jahre alt. Er ist sehr süß und hat sich für sein Alter gut gehalten.
    Danke Sabrina, dass Du das Bild mit uns geteilt hast.
    Viele Grüße,
    Margit
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