Zeit für den nächsten Schritt, den schwersten Schritt, nämlich die Auswahl:
Wie wähle ich die richtige Maschine für mich?
Zuerst durch Nachdenken. Also Überlegen, welche Sachen habe ich bisher genäht? Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, daß du das auch in Zukunft tun wirst. Womit bin ich zufrieden an meiner aktuellen Maschine? Was will ich unbedingt wieder haben? Womit hat meine jetzige Maschine Probleme? Was ärgert mich? Was vermisse ich? Unsere Erinnerungen sind oft unzuverlässig, daher kannst du dir ein Heft zu deinen Nähsachen legen und diese Dinge aufschreiben, wenn sie dir auffallen.
Dadurch bekommst du im Laufe der Zeit ein "Wunschprofil" deiner Maschine. Damit kannst du dann auch im Internet oder über Händlerprospekte anfangen zu suchen, welche Modelle welcher Firmen so ungefähr das können, was du brauchst. Auch Preise verrät dir dein Händler. Das gibt dir Zeit, dir in Ruhe zu überlegen, wie viel Geld dir ein bestimmtes Feature wert ist oder ob es dann vielleicht doch ohne geht. So werden sich im Laufe der Zeit einige Modelle herauskristallisieren, die für dich in Frage kommen könnten. Ob die aber das halten, was der Prospekt verspricht, ob sie deinen persönlichen Wünschen und Anforderungen gerecht werden... das kannst du letztlich nur durch Ausprobieren herausfinden. Alles andere, auch die Erfahrungen die andere gemacht haben, Empfehlungen oder abratende Stimmen hier im Forum, im Nähkurs oder von Mama, all das können nur Anhaltspunkte sein. Nicht vergessen: Du suchst deine Maschine!
Praxistip:
Am Ausprobieren führt also kein Weg vorbei: Geh mit den Stoffen, die du viel vernähst zu einem Händler. Nimm auch Reststücke von Stoffen mit, mit denen du bisher Probleme hattest. Und nimm ruhig lange Stoffstücke mit, denn so manche Maschine schafft die ersten 15cm gut (zumal man auf kurzen Stücken ganz automatisch langsamer näht), aber sobald das Nähtempo nach dem ersten halben Meter schneller wird verheddern sich die Fäden. Und dann setz dich an die Maschinen und probiere. Fädle den Faden ein, wechsle die Unterfadenspule, wechsle die Nadel. Verstelle die Stichbreite und Stichlänge, mache alles, was du bisher auch oft an deiner Maschine gemacht hast. Nimm dir ein Blatt Papier mit und notiere, was dir gefallen hat und was dich stört.
Meist sind mehrere Händlerbesuche nötig, da ein Händler kaum alle Marken oder alle Maschinen da hat, die in Frage kommen. Und nach der 5. Maschine kannst du dich eh nicht mehr erinnern. Für das Ausprobieren lohnt es sich auch, ein paar Kilometer zu fahren. Um so mehr, je teurer die Maschine ist und je länger du damit arbeiten willst. Denk dran, zehn oder zwanzig Jahre sind eine lange Zeit um sich täglich zu ärgern.
Nutze Messen. Hier sind oft viele Hersteller vertreten und du kannst an einem oder zwei Tagen mit etwas Glück alle Maschinen sehen oder gar ausprobieren. Auch da lohnen sich einige Fahrkilometer, vielleicht kannst du es mit einem Familienausflug übers Wochenende verbinden? (Dabei allerdings nicht vergessen, daß der "Messepreis" nicht so wichtig ist, wie die richtige Auswahl. Falls du dir nicht sicher bist, laß dich nicht von einer vermeintlichen Ersparnis verleiten, die falsche Maschine zu kaufen.) Nicht zuletzt sind mehrere Firmen beim Kongress der Hobbyschneiderin vertreten.
Frage bei den Herstellern nach. Diese können sagen, auf welchen Messen sie mit Ständen vertreten sind und auch über andere Sonderaktionen in deiner Nähe Auskunft geben. Es gibt inzwischen so viele Modelle, ein Händler kann gar nicht alle im Laden stehen haben. Doch vielleicht kommt ein Hersteller mit einer Aktion und einer großen Maschinenauswahl oder den neuesten Modellen zu dir in die Nähe?
Wenn du keine Möglichkeit hast, vor Ort zu testen bleibt noch der Versandhandel. Neben den Versandhäusern bieten auch einige Händler Versandhandel für Nähmaschinen an. Hier ist es natürlich sehr viel umständlicher, viele Maschinen zu testen, da du sie ja wieder zurückschicken mußt, aber er kann eine Alternative sein. Oder die Möglichkeit noch eine oder zwei Maschinen zusätzlich zu testen, die kein Händler in erreichbarer Nähe vorhält.
Nutze Nähkurse und Workshops. Ein komplettes Projekt auf einer Maschine genäht gibt einen guten Eindruck von Stärken und Schwächen. Gerade Nähkurse beim Nähmaschinenhändler finden oft auf neuen Maschinen statt und sind daher eine gute Möglichkeit, aktuelle Modelle auszuprobieren. Zusätzlich gewinnst du vielleicht ein paar Nähfreunde dazu?

Und hast so eventuell die Möglichkeit, mal für eine Woche oder ein Nähwochenende die Maschinen zu tauschen. Das ist ebenfalls eine hervorragende Möglichkeit, zu sehen, ob ich mit der Bedienung der Maschine vertraut werde oder sie mir gar nicht liegt.
Und nicht vergessen: Mitnotieren, was war gut, was nicht so, was war absolut unmöglich?